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Tagung in Weingarten

Tagung: Nach dem Antimodernismus? Wege der katholischen Theologie 1918-1958

Es referierten und diskutierten Prof. Dr. Claus Arnold und 13 weitere renommierte Theologen und Historiker.
Tagungsbericht auch in HSozuKult, AHF, theologie.geschichte 

Die theologischen Neuorientierungen und Auseinandersetzungen im Kontext des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) sind nicht einfach vom Himmel gefallen. Schon die vorangehenden Jahrzehnte stellten ein „Laboratorium" dar, in dem nicht nur der von Papst Pius X. (1903-1914) initiierte Antimodernismus prägend war, sondern innerhalb und außerhalb der „Schultheologie" interessante „Experimente" stattfanden:

- Dogmatiker empfanden eine zunehmende Kluft zwischen „Dogma ‚und‘ Leben" und suchten der christlichen Botschaft neue Relevanz und Plausibilität zu geben. Dies konnte zu einer Subjekttheologie auf traditioneller Grundlage (Karl Rahner) wie auch zu einer gemeinschaftsfreudigen „Theologie des Lebens" (Karl Adam) führen, der auch die „völkische Inkulturation" in der Zeit des Nationalsozialismus nicht fremd blieb.

- Der Antiprotestantismus wird einerseits im Zeichen der katholischen „Objektivität" nach 1918 erneuert, andererseits finden sich in Deutschland und Frankreich erste Ansätze einer ökumenischen Theologie.

- Kirchenhistoriker wie der Tübinger Karl August Fink verstehen ihr Fach nicht mehr als apologetische, sondern als kritische Disziplin.

- Nicht zuletzt versuchen katholische Religionspädagogen vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg die engen Spielräume zu erweitern, die ihnen bisher durch die Vorgaben der Dogmatik gesetzt waren.

Über allem wacht das Auge des römischen Lehramts, das sich gerade in Deutschland immer wieder zum Eingreifen gezwungen sieht.
                                                                          (Text: Claus Arnold)

15.00 Uhr: Beginn. Einführender Vortrag:
Nach dem Antimodernismus? Grundlinien theologischer Entwicklung 1918-1958. Einführung
Prof. Dr. Claus Arnold, Frankfurt am Main

Die römische Normtheologie und ihre Wahrnehmung deutscher "Fälle"
Prof. Dr. Klaus Unterburger, Regensburg

Erik Peterson, ein Konvertit zwischen Antimodernismus und Modernismus
Dr. Barbara Nichtweiss, Mainz

20.00 Uhr - Öffentlicher Abendvortrag:
John Henry Newman und die Problematik des Antimodernismus
Prof. Dr. Roman Siebenrock, Innsbruck

'Dogma "und" Leben'. Der Freiburger Dogmatiker Engelbert Krebs - ein Theologe des Übergangs?
Dr. Michael Quisinsky, Genf

Karl Adam - vom Modernismus zum Nationalsozialismus
Prof. Dr. Lucia Scherzberg, Saarbrücken

Die Aufnahme „modernistischer" Anliegen bei Karl Rahner im Gewand der Schultheologie
Prof. Dr. Albert Raffelt, Freiburg i. Br.

Marie-Dominique Chenu. Thomismus im Kontext der Nouvelle théologie
Dr. Christian Bauer, Tübingen

Zwischen Geistesverwandtschaft und gezielter Rezeption. Französische und deutsche katholische Ökumeniker der Zwischenkriegszeit
Prof. Dr. Leonhard Hell, Mainz

Der Linkskatholizismus der Zwischenkriegszeit und die Anfänge der „Befreiungstheologie"
Prof. Dr. Gerd Rainer Horn, Coventry

Die revisionistisch-kritische Kirchengeschichtsschreibung des Tübinger Theologen Karl August Fink
Prof. Dr. Dominik Burkard, Würzburg

„Schon Kinder dürfen mitopfern". Die Sakramentenkatechese in der katholischen Religionspädagogik 1930-1958
Dipl.-Theol. Markus Müller, Frankfurt am Main

"Freunde des alten und des neuen Gottesvolkes" - Theologische Annäherungen an das Judentum nach 1945
P. Elias H. Füllenbach OP, Bonn/Düsseldorf

Odo Casel und Josef Andreas Jungmann. Liturgiewissenschaft im Horizont der gottesdienstlichen Erneuerung des 20. Jahrhunderts
Prof. Dr. Jürgen Bärsch, Eichstätt

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Tagungsflyer mit Anmeldedaten  

Träger der Tagung
Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Tagungsleitung
Prof. Dr. Claus Arnold, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Dr. Dieter Bauer, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Prof. Dr. Konstantin Maier, Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Pfarrkirche St. Maria, Baienfurt bei Ravensburg. Erbaut 1924 bis 1927. Architekt: Otto Linder. Kirche mit hohem kunstgeschichtlichem Rang - eine der wenigen, dem Expressionismus verpflichteten Sakralbauten, in blau gehalten. Sie ist zudem eine der ersten aus Stahlbeton gebauten Kirchen.

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